Cannabis Sativa – Herkunft, Eigenschaften und Anwendungspotential

Cannabis ist nicht gleich Cannabis. Immer wieder hört man von Sativa und Indica, THC und CBD und unterschiedlichen Wirkungen von Cannabis. Doch woher kommt Cannabis eigentlich? Wie wirken Cannabinoide im menschlichen Körper und warum ist CBD legal, THC aber nicht? Wir wollen Licht ins Dunkeln bringen und über die zahlreichen Arten und Anwendungsmöglichkeiten von Hanf informieren.

Cannabis Sativa ist die bekannteste Form der Hanfpflanze und wurde 1753 vom schwedischen Forscher Carl von Linné erstmals klassifiziert. Diese Sorte der Hanfpflanze zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und einen geringen Anteil von Cannabidiol (CBD) aus. Durch dieses Verhältnis der beiden Cannabinoide hat Cannabis Sativa eine berauschende Wirkung, sorgt für ein gestärktes Appetitgefühl und soll Berichten zufolge zu einer Steigerung der Kreativität führen.

Die Blätter von Cannabis Sativa sind lang sowie schmal und die Pflanze an sich kann im Freien bis zu sechs Meter hoch wachsen. Am besten gedeiht Sativa in warmen Breitengraden um den Äquator herum. Somit sind Mexiko, Thailand und Kolumbien Länder mit einem optimalen Klima für den Anbau von Cannabis Sativa. Durch den hohen THC-Gehalt wird diese Gattung der Hanfpflanze in vielen Ländern als Rauschmittel deklariert und ist somit illegal. Obwohl erste Länder den medizinischen Wert von Cannabis anerkennen, ist der Konsum von THC-haltigen Cannabispflanzen oft immer noch strafbar.

Ursprung & Geschichte von Cannabis Sativa

Obwohl die Klassifizierung der Hanfpflanze erst im 18. Jahrhundert erfolgte, vermuten Historiker, dass Cannabis bereits vor über 2000 Jahren zu medizinischen Zwecken benutzt wurde. Bevor Hanf einen schlechten Ruf als schädliche und gefährliche Droge bekam, war vielen Menschen das Potenzial der Pflanze bekannt. Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass die im Cannabis enthaltenen Wirkstoffe zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt werden könnten.

Sativa und Indica sind die beiden beliebtesten Arten von Hanf.

Sativa und Indica sind die beiden beliebtesten Arten von Hanf.

Wenige Jahre nach der Klassifizierung von Cannabis Sativa entdeckte der französische Botaniker Jean Baptiste de Lamarck eine weitere Art von Cannabis. Er sah, dass sich die Blätter der Pflanze deutlich von dem bisher bekannten Hanf unterschieden. Später entdeckte man, dass auch die berauschende Wirkung dieser neuen Art anders war. Der Forscher taufte diese Art: Cannabis Indica (Indischer Hanf). Diese Art des Cannabis besitzt breite Blätter und wächst nur bis zu 120 cm hoch.

Die Verwendung dieser beiden Arten reicht mehrere Tausend Jahre zurück. Bereits im chinesischen Kaiserreich haben die Ärzte von der schmerzlindernden Wirkung von Cannabis gewusst. Im 19. Jahrhundert gab es eine Vielzahl an Produkten aus Hanf, sogar einige Süßigkeiten beinhalteten Cannabis. Doch im 20. Jahrhundert erfolgte eine weitreichende Prohibition der Cannabispflanze. In den letzten Jahren haben einige Bundesstaaten der USA den Besitz und Konsum von Cannabis legalisiert. Weitere Staaten haben bereits angekündigt, dem Beispiel von Colorado und Washington zu folgen. Schon bald könnten Sativa und Indica auch in großen Teilen Europas entkriminalisiert werden.

Wirkung von Cannabis Sativa

Cannabis Sativa besitzt einen hohen Anteil an THC und vergleichsweise wenig CBD. Aus diesem Grund wirkt Sativa stark berauschend und fördert Wachsamkeit sowie Kreativität. Viele Anwender konsumieren Sativa tagsüber, um den Rauschzustand zu genießen und eine stimmungshebende Wirkung zu erreichen. In einigen Fällen verwenden auch künstlerisch begabte Menschen Cannabis Sativa, um auf neue Ideen zu kommen und an Inspiration zu gewinnen. Weitere Wirkungen von Sativa sind des Weiteren:

  • Steigerung des Appetitgefühls
    Einige Künstler verwenden Sativa um ihre Kreativität anzuregen.

    Einige Künstler verwenden Sativa, um ihre Kreativität anzuregen.

  • Euphorie und gehobene Stimmung
  • Verstärkte Kreativität
  • Erhöhte Wachsamkeit
  • Starker zerebraler Rausch
  • Tatendrang und Motivation
  • Körperliche und Geistige Entspannung

Viele Anwender berichten, dass Cannabis Sativa eine positive Wirkung bei depressiven Phasen hat und die stimmungshebende Wirkung eine große Rolle in der Bekämpfung von Angststörungen spielt. Durch die berauschende Wirkung soll Sativa ebenfalls helfen, Kopfschmerzen zu lindern. Doch verschiedene Studien haben gezeigt, dass Personen mit psychotischen Neigungen empfindlich auf den hohen THC-Gehalt des Cannabis reagieren können.

Die Wirkung von THC ist bislang noch nicht zu 100% erforscht. Bislang war es vielen Forschern aufgrund der strikten Prohibition nicht möglich, ausführliche Studien über die Wirkung von Cannabis Sativa durchzuführen. Jedoch erscheinen fast täglich neue Studien über die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten von Sativa und Indica. Bisherige Ergebnisse sind vielversprechend und es sind bereits einige Medikamente mit THC und CBD zur Bekämpfung von Epilepsie und Depressionen erhältlich.

Unterschied zwischen Sativa & Indica

Für Unerfahrene ist der Unterschied zwischen Sativa und Indica nicht ganz offensichtlich, schließlich besitzen beide Arten THC, sehen ähnlich aus und sind oftmals auch beide verboten. Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass Sativa und Indica einen Unterschied haben, welcher für erfahrene Konsumenten entscheidend ist. Aufgrund des deutlich höheren CBD-Gehalts von Cannabis Indica besitzt diese Art der Cannabispflanze eine beruhigende und sedierende Wirkung.

Sativa wirkt anregend, sorgt für einen Tatendrang und regt die Kreativität an.

Während ein Konsum von Sativa einen starken Rauschzustand und verstärkten Tatendrang mitsichträgt, führt eine Einnahme von Indica oft zu einer starken Müdigkeit. Hierbei spielt CBD eine entscheidende Rolle. Wie alle Cannabinoide wirkt auch CBD im körpereigenen Endocannabinoid-System. Hierbei bindet sich das Cannabidiol an den CB-1 und den CB-2 Rezeptoren und sorgt für eine Regulierung verschiedener Hormone und Botenstoffe im Körper. Somit sorgt der Konsum von Indica neben dem Rauschzustand auch für eine Entspannung der Muskeln und Reduktion von Stress.

Indica sorgt für eine tiefe Entspannung der Muskeln, reduziert Stress und kann Müdigkeit hervorrufen.

Alles in Allem haben Sativa und Indica ebenso viele Gemeinsamkeiten, wie Unterschiede. Durch den hohen THC-Anteil rufen beide Sorten einen starken Rauschzustand hervor. Indica besitzt eine deutlich höhere Konzentration an CBD, welches den psychoaktiven Auswirkungen des THC entgegenwirken kann. Aus diesem Grund verwenden viele Menschen mit Angststörungen und psychotischen Neigungen Cannabis Indica, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Cannabis Sativa Sorten

Cannabis kann nicht nur in Indica und Sativa unterteilt werden, spezielle Sorten der Cannabispflanze erfreuen sich großer Beliebtheit unter Konsumenten aufgrund von bestimmten Merkmalen. Wie Blumen oder Früchte können auch Cannabispflanzen untereinander gekreuzt werden, um spezifische Eigenschaften einzelner Sorten zu verstärken. Somit kann beispielsweise eine Cannabispflanze mit einem besonders hohen Anteil an THC gezüchtet werden oder einer Sorte ein bestimmtes Aroma gegeben werden.

Jedes Jahr erhalten einige, bestimmte Züchter in verschiedenen Wettbewerben Auszeichnungen für die besten Cannabis Sorten. In Ländern, in denen die Pflanze legal erhältlich ist, gibt es oft eine große Auswahl verschiedener Sativa Sorten zur Auswahl. Einige beliebte Sativa Sorten sind:

Die Wirkstoffe von Cannabis befinden sich zum Großteil in den Blüten.

Die Wirkstoffe der Hanfpflanze befinden sich zum Großteil in den Blüten.

  • Chocolope
  • Dutch Haze
  • Durban
  • Utopia Haze
  • Kali Mist
  • Neville’s Haze

Des Weiteren ist es möglich Sativa und Indica Sorten untereinander zu kreuzen um sogenannte “Hybride” zu erlangen. Die resultierenden Pflanzen haben dann einige Merkmale der Sativa Pflanze wie die langen, dünnen Blätter und einen hohen THC-Anteil, sowie einige Merkmale der Indica Pflanze wie einen hohen CBD-Anteil. Viele Kreuzungen stellen sich als schwieriges Unterfangen dar und nehmen einiges an Zeit in Anspruch, um die gewünschten Merkmale und Eigenschaften der neuen Cannabis Sorte zu erzielen. Daher genießen Züchter mit qualitativ hochwertigen Sorten großes Ansehen und bieten ihre Samen oft für einen hohen Preis an.

Kann man Sativa legal kaufen?

Cannabis Sativa ist nicht in allen Ländern der Welt legal zu erwerben. Auch der Konsum von Sativa und Indica wird in vielen Ländern ungern gesehen, da Rauschmittel meist streng reguliert sind. In den meisten europäischen Ländern kann weder Cannabis Sativa, noch Indica legal gekauft werden. Eine Ausnahme dazu ist Holland, hier können Menschen in sogenannten Coffeeshops Cannabis für den Eigengebrauch legal erwerben und auch ohne rechtliche Probleme konsumieren.

THC haltiges Cannabis ist in vielen Ländern illegal.

THC haltiges Cannabis ist in vielen Ländern illegal.

Jedoch ist Holland eines der wenigen Länder in Europa, welche eine solche Regelung besitzt. In Deutschland fällt der Kauf und auch der Besitz von Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz. Je nach Bundesland drohen hier unterschiedlich hohe Geld- und Freiheitsstrafen. Auch das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluss von Cannabis kann zu schweren Strafen führen. Selbst wenn kein THC mehr im Blut vorzufinden ist, können Spuren des Cannabiskonsums noch Wochen nach der Einnahme in den Haaren festgestellt werden. Falls die Polizei solche Spuren nachweisen kann, droht der Entzug des Führerscheins und hohe Geldstrafen.

Doch Cannabis ist nicht nur in Holland und Amerika legal, neue Sorten der Hanfpflanze können schon bald mitten in Europa legal angebaut, geerntet und konsumiert werden. Hierbei ist es notwendig, dass die Cannabispflanzen weniger als 0,2 % THC aufweisen. Cannabidiol fällt nämlich nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und kann in Deutschland legal erworben und konsumiert werden. Die Anwendungsmöglichkeiten von CBD sind noch nicht vollkommen erforscht, jedoch vermuten Wissenschaftler, dass Cannabidiol in Zukunft medizinische Anwendungsmöglichkeiten haben könnte.

Cannabis Sativa und CBD

Die beiden bekanntesten Wirkstoffe von Cannabis sind THC und CBD. Da THC für einen starken Rauschzustand sorgen kann, unterliegen die meisten Sativa Sorten oft strikten Regulierungen. Im Gegensatz dazu ist es möglich, Hanf mit einem hohen CBD Anteil problemlos zu erwerben. Aus diesem Grund fokussieren sich immer mehr Bauern und Unternehmer auf den Anbau und Vertrieb von Cannabidiol. Da Cannabidiol sich auf das Endocannabinoid-System des menschlichen Körpers auswirkt, vermuten viele Wissenschaftler, dass CBD großes Potenzial besitzt.

Die Konzentration von Cannabidiol ist in vielen Sativa Sorten jedoch sehr gering. Daher haben Bauern, Botaniker und Wissenschaftler neue Arten der Cannabispflanze gezüchtet, welche eine hohe Konzentration von CBD und einen äußerst geringen Anteil an THC aufweist. Diese Sorten werden oft im weiteren Prozess zu CBD Öl, CBD Isolat oder CBD Creme weiterverarbeitet. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Sativa Sorten sind zahlreich und das medizinische Potenzial bislang noch kaum erkundet.

Forscher veröffentlichen fast täglich neue Erkenntnisse über die Wirkungsweise und Anwendungsmöglichkeiten von CBD-haltigen Sativa Sorten. Schon bald könnten diese Cannabis Sorten den Grundstein für zahlreiche Medikamente darstellen. Doch auch der private Konsum von berauschendem Cannabis Sativa könnte in vielen Ländern in Zukunft legalisiert werden. Die Legalisierung von Sativa und Indica erfolgt bereits in vielen Bundesstaaten der USA und viele Experten vermuten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch europäische Staaten Cannabis legalisieren. Zum Beispiel wird Luxemburg ab 2020 Cannabis für den privaten Gebrauch freigeben.

Studien über Sativa, THC und CBD

Aufgrund der strikten Prohibition von Cannabis gibt es bislang nur wenige klinische Studien über die Verwendung von THC und CBD zur Behandlung von Krankheiten. Jedoch veröffentlichen seit kurzer Zeit immer mehr Forscher aus den USA und Israel Studien über das medizinische Potenzial von Cannabinoiden. Es existieren bereits einige Medikamente mit synthetischen Cannabinoiden wie THC und CBD, welche vorwiegend gegen Epilepsie-Erkrankungen helfen sollen.

Mediziner vermuten, dass Cannabis zur Behandlung von Krankheiten einsetzbar ist.

Mediziner vermuten, dass Cannabis zur Behandlung von Krankheiten einsetzbar ist.

Doch auch Hunde und Katzen können von Sativa und CBD profitieren. Eine Umfrage unter mehr als 600 Haustierbesitzern hat ergeben, dass fast 70% aller Befragten ein Cannabisprodukt für ihr Haustier verwenden. So sollen Produkte auf Cannabis-Basis Hunden und Katzen bei verschiedenen Beschwerden geholfen haben. Somit könnte Sativa auch Hunden und Katzen helfen, Schmerzen und Krämpfe zu lindern und zum allgemeinen Wohlbefinden beizutragen. Forscher vermuten, dass das Endocannabinoid-System für eine Vielzahl an Prozessen im Körper aller Säugetiere verantwortlich ist und Cannabis Sativa und Indica dieses System positiv beeinflussen könnten.

Die Wissenschaft muss noch viel über die exakten Wirkungsweisen der verschiedenen Cannabinoide lernen, um das Potenzial dieser Stoffe voll ausschöpfen zu können. Doch bereits heute verwenden Tausende Menschen Sativa, um chronische Schmerzen zu behandeln und einen angenehmen Rausch zu erfahren. Die Gefahr von Cannabis scheint generell gering zu sein, jedoch fehlen in vielen Ländern notwendige Kontrollen, um die Reinheit von Cannabis Sativa zu garantieren. Die Prohibition der Pflanze sorgt für große Gefahren beim Konsum von Hanf, daher ist es nicht empfehlenswert, rechtliche Regulierungen zu umgehen und Sativa illegal zu erwerben.

Nebenwirkungen von Sativa

Der Konsum von allen psychoaktiven Substanzen ist mit bestimmten Risiken verbunden. Obwohl es in der Geschichte der Menschheit noch keinen direkten Todesfall von einer Sativa-Überdosis gibt, kann der Konsum von THC-haltigen Cannabis Sativa schwere Nebenwirkungen mit sich ziehen. Somit können Menschen mit einer bestimmten Veranlagung temporäre psychologische Schäden nach dem Konsum von Sativa erfahren. So ist beispielsweise das Risiko, an einer Psycho zu erkranken, durch den Konsum von Cannabis deutlich erhöht.

Schlusswort

Cannabis Sativa ist eine potente Form der Cannabispflanze. Durch den hohen THC Gehalt ist diese Sorte bei vielen Konsumenten aufgrund ihrer stark berauschenden Wirkung beliebt. Wissenschaftler vermuten, dass sowohl THC als auch CBD medizinischen Nutzen haben könnten, jedoch muss die Forschung hierfür noch weitere Studien durchführen. Zurzeit ist der Erwerb und Konsum von Cannabis Sativa in vielen Ländern noch immer illegal und wird oft mit hohen Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet.

Der Unterschied zu Cannabis Indica besteht darin, dass Sativa aktivierend wirkt, während der hohe CBD-Anteil von Indica für eine starke Müdigkeit sorgt. Einige Menschen vertragen den hohen THC-Anteil von Cannabis Sativa nicht gut, daher verwenden Personen mit einer psychotischen Neigung vermehrt Indica. Cannabis wird von vielen Menschen als schädliche Droge angesehen. Jedoch sehen immer mehr Menschen das Potenzial der Pflanze und fordern eine Legalisierung. In den folgenden Jahren wird sich zeigen, ob und wie Cannabis Menschen helfen kann. Bis dahin ist CBD eine sichere und legale Alternative zu THC-haltigen Cannabis.

Cannabis Sativa
4.7 Sterne (93.21%) 53